Über uns

Die landeseigenen Museen, die sogenannten Landesmuseen sind ein besonders schöner Ausdruck der Autonomie. Die primäre Gesetzgebungskompetenz des Landes im Bereich der Kultur ermöglicht ein eigene Museumsgesetz und eine Fachabteilung für die Museen. Am 1. Jänner 2010 nimmt der Betrieb Landesmuseen gleichzeitig mit der Fachabteilung für die Museen seine Tätigkeit auf. Er tritt die Nachfolge der Körperschaft Südtiroler Landesmuseen an. Der Betrieb „Landesmuseen" ist in die Abteilung 42 - Museen, die jüngste Landesabteilung, eingefügt.
Dem Betrieb Landesmuseen obliegt die Führung von derzeit zehn Südtiroler Landesmuseen mit 16 Standorten im ganzen Land. Acht davon entstanden im Zeitraum von 1976 bis 2003 und umfassen die Bereiche Archäologie, Naturkunde, Bergbau, Volkskunde, Jagd und Fischerei, Weinbau, Geschichte und Kultur der Ladiner sowie die Entwicklung des Tourismus. Seit 2014 gehört auch das Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte Schloss Tirol und seit Anfang 2017 auch die Festung Franzensfeste zum Betrieb. Der Betrieb, dessen Direktorin die gesetzliche Vertreterin ist, führt die Landesmuseen und gibt die museologischen Ziele vor. In der Betriebsdirektion in Bozen befinden sich Hauptbuchhaltung, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Personalverwaltung und Rechtsbüro.

Was leisten wir?

Die Landesmuseen sind die professionellen Leitinstitutionen der Südtiroler Museenlandschaft, sie sind partizipative Bildungsinstitutionen sowie Informations- und Kulturvermittler im Interesse einer demokratischen und friedlichen Gesellschaft:

  • Sie stellen die Geschichte Südtirols dar und setzen sich mit seiner Identität und Autonomie aus der Sicht aller drei Sprachgruppen auseinander,
  • sie pflegen in Zusammenarbeit mit den anderen öffentlichen und privaten Museen und Sammlungen in Südtirol das materielle und immaterielle Gedächtnis des Landes,
  • sie entwickeln ein gemeinsames Leitbild, individuelle Museumsleitbilder und Sammlungskonzepte und stimmen diese untereinander sowie mit anderen Museen und Sammlungen in Südtirol ab,
  • sie betreiben Forschung, insbesondere Objektforschung und arbeiten mit anderen Forschungsinstitutionen des Landes und darüber hinaus zusammen,
  • sie vermitteln der Bevölkerung und den Gästen in zeitgemäßen Vermittlungsformaten Themen zu Gesellschaft, Geschichte, Kultur, Natur und Identität Südtirols, insbesondere durch Ausstellungen und Veröffentlichungen,
  • sie ermöglichen und fördern den Zugang zur Kultur zielgruppengerecht für alle Bevölkerungsschichten,  Altersgruppen und beide Geschlechter, insbesondere für Familien und Jugendliche,
  • sie unterstützen die anderen Museen und Sammlungen in Südtirol mit ihrem Fachwissen, bieten Beratung und Dienstleistungen an und
  • sie beraten die Landesverwaltung bei der Konservierung und Lagerung der beweglichen Kunstwerke in Landesbesitz.

Die Landesmuseen machen  Kultur erlebbar und zum ästhetischen Vergnügen, um so die Kenntnis über Südtirol als Lebensraum für eine halbe Million Menschen bzw. als Urlaubsregion für viele Millionen von Gästen zu vergrößern und zu vertiefen.

Für wen arbeiten wir?

Unser Augenmerk richten wir auf alle Menschen, die in Südtirol leben  und auf die Gäste unseres Landes und fördern das Kennenlernen unserer Kultur, Natur und Geschichte. Mit ausgesuchten Angeboten für unterschiedliche Zielgruppen ermöglichen wir individuelle Museumserlebnisse und Sichtweisen. Wo immer möglich, bemühen wir uns um einen barrierefreien Zugang für alle Besucherinnen und Besucher. Wir sprechen auch neue Zielgruppen durch besondere Veranstaltungen an. Unser besonderes Augenmerk richten wir auf die Familien und die Jugendlichen, sie sollen sich in unseren Häusern zu Hause fühlen.

Wie arbeiten wir?

Achtsamkeit ist für uns ein ethischer Wert, der im internen Umgang genauso gilt wie gegenüber den Besucherinnen und Besuchern, den Museumsgebäuden und den Sammlungen. Unsere Stärke ist die Vielfalt: Wir schaffen durch die Kommunikation zwischen uns Landesmuseen ein Zusammengehörigkeitsgefühl und treffen uns zu regelmäßigen Besprechungen, stützen uns gegenseitig und bereichern uns durch den Austausch von Erfahrungen. Wir pflegen vertrauensvollen Umgang und Hilfsbereitschaft gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und begegnen als Dienstleister allen mit Entgegenkommen und Sachkompetenz. Wir bieten qualitätsvolle Vermittlungsarbeit, stehen im Dialog mit anderen kulturellen Einrichtungen und sehen uns als Freizeitgestalter mit wissenschaftlichem Anspruch. Wir kommunizieren in angemessener Weise in deutscher, italienischer, ladinischer und englischer Sprache.

Mit wem arbeiten wir?

Wir öffnen uns über Vernetzung und Kooperation und verwirklichen Projekte, Veranstaltungen und Sonderausstellungen auch außerhalb der Museen. Wir arbeiten mit der Abteilung Kultur, dem Museumsverband Südtirol, anderen Museen und Institutionen zusammen. Wir stehen in enger Verbindung mit Landesverwaltung, Gemeinden und anderen Behörden, suchen den Kontakt mit Kultur-, Bildungs- und Jugendeinrichtungen und bemühen uns um ein gutes Verhältnis mit Verbänden und Vereinen. Als kulturelle Einrichtung wollen wir die Landesmuseen stärker in der Gesellschaft verankern. Partner aus der Wirtschaft, Fördervereine und Freundeskreise sind für neue Ideen und Anregungen von großer Bedeutung.

Das Depot der Südtiroler Landesmuseen in Untermais

Das Depot der Südtiroler Landesmuseen
Depot der Südtiroler Landesmuseen in Untermais

Museumsobjekte aufzubewahren ist kein leichtes Unterfangen: Es handelt sich dabei meist um wertvolle und sensible Kulturgüter, die der Öffentlichkeit langfristig und in gutem Zustand präsentiert werden sollen. Je nach Art des Objekts muss die Lichteinwirkung stimmen, vermieden werden müssen schädigende chemische, biologische und physikalische Einflüsse, Verunreinigungen der Luft durch Stäube und Schadgase sowie schlechte klimatische Bedingungen - insbesondere plötzliche Schwankungen bei Temperaturen und Luftfeuchte - und auch die Sicherheit spielt natürlich eine große Rolle. Ein Museumsdepot muss diese und viele andere Mindeststandards garantieren.

Abgesehen von den Museumsobjekten, die vor allem in den Depots der einzelnen Museen fachgerecht gelagert werden, brauchen Museen auch Stauraum für Ausstellungsarchitektur, Vitrinen, Druckwerke wie Kataloge, Programmbroschüren und andere Publikationen.

Die zehn Landesmuseen mit ihren sechzehn Standorten im ganzen Land haben seit dem Jahr 2015 ein eigenes, zentrales Depot, das Platz für alle diese Bedürfnisse bietet. Die Museen können es zusätzlich zu ihren Depots an den Museumsstandorten für besonders sperrige Objekte oder Einbauten nutzen. Das Depot befindet sich in einem landeseigenen Gebäude in Untermais/Meran.
Bisher konnte ein Stock in dem großen Gebäude als Museumsdepot adaptiert werden. Schrittweise soll das gesamte Gebäude als Depot für die Landesmuseen nutzbar werden.